Strahlen durch das Blätterdach
Manchmal muss ich einfach stehen bleiben und den Kopf in den Nacken legen. Genau das ist die Perspektive hinter meinem Werk „Strahlen der Hoffnung“. Ich stand mitten im Wald und habe nach oben geschaut. Die mächtigen Stämme, die wie Säulen in den Himmel ragen, das dichte Blätterdach und mittendrin die Sonne, die sich kraftvoll ihren Weg durch die Äste bahnt.
Es ist eine Perspektive, die einen sofort klein und gleichzeitig seltsam geerdet fühlen lässt.
Was mich an diesem Lichtspiel fasziniert
Als Malerin ist Gegenlicht eine der spannendsten, aber auch herausforderndsten Aufgaben. Wenn das Sonnenlichtdirekt durch die Bäume bricht, passiert etwas Erstaunliches mit den Farben.
- Die Kontraste: Die Äste und Blätter wirken im direkten Gegenlicht fast schwarz, während das Licht an den Rändern alles zum Leuchten bringt.
- Die Dynamik: Lichtstrahlen sind nicht einfach nur gelbe Striche. Sie verändern die Atmosphäre im gesamten Raum.
- Die Tiefe: Durch das Zusammenspiel von hellen Strahlen und dunklem Holz entsteht eine enorme Räumlichkeit auf der Leinwand.

Warum ich dem Bild diesen Namen gegeben habe
Der Titel „Strahlen der Hoffnung“ klingt im ersten Moment vielleicht romantisch, aber für mich steckt darin eine ganz pragmatische Beobachtung aus der Natur.
Egal wie dicht das Geäst da oben ist, egal wie schattig es am Waldboden wirkt, das Licht findet immer eine Lücke.
Ich wollte mit diesem Bild kein Rezept für das Leben liefern und erst recht keine Predigt halten. Aber ich mag den Gedanken, dass ein Blick an die Wand uns im Alltag daran erinnern kann: Nach dunklen Phasen oder an stressigen Tagen gibt es immer wieder diesen einen Moment, in dem die Sonne durchbricht.
