Reflexionen der Stille
Von spiegelglattem Wasser und einem Graureiher. Es gibt Momente in der Natur, die wirken fast künstlich, weil sie so absolut ruhig sind. Wenn man an einem frühen Morgen an einem See kommt, kein Windhauch geht und die Wasseroberfläche so glatt ist, dass sich das Ufer perfekt auf dem Kopf stehend spiegelt. Genau so einen Moment wollte ich auf der Leinwand einfangen.
Aus dieser ruhigen Szene ist das Werk „Reflexionen der Stille“ entstanden.
Die Details auf der Leinwand
Statt einer wilden, dynamischen, abstrakten Malweise ging es mir bei diesem Bild um Präzision, Ausdauer und Schichtung.
- Das spiegelglatte Wasser: Die Herausforderung bestand darin, die dichten Tannen und das Laub so auf die Wasseroberfläche zu bringen, dass man die Reflexion spürt, ohne dass das Bild überladen wirkt.
- Blick unter die Oberfläche: am Uferbereich habe ich feine Nuancen gesetzt, damit man die Steine auf dem Grund des Sees durch das klare Wasser hindurchschimmern sieht. Das gibt der flachen Leinwand eine enorme Tiefe.
- Der Graureiher: Er steht völlig regungslos im Wasser. Wer schon mal einen Reiher beobachtet hat, weiß mit welcher absoluten Geduld und Fokussierung diese Tiere minutenlang verharren. Er braucht keine große Geste, seine bloße Präsenz bringt das gesamte Bild auf den Punkt.
Die Wirkung des Großformats
Ich habe dieses Motiv bewusst auf einer großen Leinwand gemalt. Ein kleines Format kann eine solche Landschaft gar nicht atmen lassen. Durch die Größe zieht das Bild den Blick im Raum regelrecht an. Es funktioniert wie ein ruhiger Gegenpol in einer oft hektischen Umgebung. Kein grelles Rauschen, keine schnellen reize, einfach nur kühles Wasser, tiefer Wald und ein Vogel, der die Zeit vergessen hat.

